Filmrezension: „The Drama“ (ohne Spoiler)


von

Lesezeit:

1–2 Minuten

von Theresa

(keine Spoiler, Verweise auf Trailer)

Bei der Essensverkostung für ihre anstehenden Hochzeit spielen Emma (Zendaya) und Charlie (Robert Pattinson) ein Spiel mit ihren besten Freunden.

Was war das Schlimmste, was du je getan hast?“

Reihum wird die Frage beantwortet. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung… bis Emma dran ist. Ihre Antwort auf diese Frage wird den weiteren Verlauf des Films bestimmen und der Zuschauer fragt sich mehrmals „Wie hätte ich in dieser Situation reagiert?“.

Es geht um viel Drama, genauer; um Vertrauen und Misstrauen, Neubewertung von Freund- und Liebschaften und im Kern – um menschliche Beziehungen. Die Handlung liegt fern von der eines klassischen Liebesdramas. Der Zuschauer wird ungewollt zum Mitspieler im Drama des Pärchens. Die Charaktere spiegeln gesellschaftliche Reaktionen auf moralisch graues Verhalten wider.

Was tust du, wenn dein Partner dich aufgrund deiner Vergangenheit mit anderen Augen sieht? Identifizierst du dich eher mit der Rolle des „unschuldigen“ Robert der nicht weiß, ob er seine Partnerin wirklich kennt und noch lieben kann? Im Film verschwimmen die Grenzen zwischen guten und bösen Charakteren, und das alles unter der Anspannung einer anstehenden Hochzeit.

Zendaya für die „problematische“ Hauptrolle zu nehmen finde ich sehr gelungen, aufgrund ihrer gewöhnlichen Erscheinung als everybody´s darling in der Öffentlichkeit. Ihre Fähigkeit auf der Leinwand emotional distanzierte Charaktere zu spielen, sah man bereits in dem 2024 erschienen Spielfilm „Challengers“.

Die Starbesetzung ist hier keineswegs ein money grab, sondern eine sehr gelungene Auswahl und schauspielerisch makellos rübergebracht. Ein Film, der mich ins Schwitzen gebracht hat. Mehrmals saßen die Zuschauer wortwörtlich „on the edge of their seat“. Ein A24 Film, der nicht düster sondern teils humoristisch daherkommt. Trotzdem gruselt es einem vor der Aktualität des Themas rund ums canceln, Verurteilung und schwarz-weiß Denken.

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“

Es wird die Frage gestellt, wo das Individuum eine rote Linie zieht. Welches Handeln ist moralisch vertretbar, welche Gedanken sind es nicht?

Insgesamt: 4/5 🐾🐟. Ein Film, der zum Austausch anregt.