Schlossgarten nach der Razzia: Ein Stimmungsbild vom Campus


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Ein Artikel von Mia und Theresa

Vor etwas über einem Monat fand die große Razzia der Polizei Osnabrück im Schlossgarten statt. Grund dafür waren vielzählige Beschwerden von Anwohner*innen und Passant*innen über den angeblichen Drogenkonsum und -handel in dem Park direkt neben der Universität. 

Wir haben nun einen Monat später die Studierenden, die oft und auch länger schon am Campus sind, befragt, um ein allgemeines Stimmungsbild über den Schlossgarten und die Probleme zu bekommen und um zu erfahren, ob es nun nach der Razzia zu einer spürbaren Veränderung kam. 

Der vermehrte Drogenkonsum und -handel war den meisten Studierenden bewusst und ist vor allem im Sommer stark aufgefallen. Viele von ihnen betonten dementsprechend auch, dass es aktuell wahrscheinlich wetterbedingt leerer im Schlossgarten ist und sowohl weniger Studierende als auch andere Leute dort Zeit verbringen. 

Zudem erwähnten auch einige, dass sie nach der Razzia eher eine Verschiebung des Problems wahrgenommen haben und sich die Leute nun Orte zum Konsumieren suchen, die trotzdem noch im Bereich der Uni, aber eher versteckter und nicht direkt von der Polizei, welche nun ab und zu mit dem Auto durch den Schlossgarten fährt, einsehbar sind. 

Vor allem Studentinnen sagten uns, dass sie den Schlossgarten immer noch meiden und ungern allein durchlaufen. Ein paar von ihnen berichteten, dass es 1-2 Wochen nach der Razzia einen spürbaren Unterschied gab und sie sich kurzzeitig sicherer fühlten, es nun aber wieder wie zuvor sei und sie sogar aktiv unangenehm angesprochen und verbal belästigt wurden. 

Während ein großer Anteil der Befragten angaben, sich in der kalten Jahreszeit sowieso selten im Schlossgarten aufzuhalten, äußerten sich regelmäßige Besucher*innen des Schlossgartens eher negativ über ihr Sicherheitsempfinden. Besonders Studentinnen umgehen daher eher den Schlossgarten.

Die Verhältnisse des Schlossgartens in Osnabrück bietet einen (wenn auch nur kleinen) Einblick in die größere Problematik des Drogenproblems in deutschen Städten. Inwiefern polizeiliche Maßnahmen, wie Razzien, die betroffenen Drogenhändler*innen, -konsumenten*innen und Anwohner*innen zu einem harmonischeren Miteinander verhelfen, gilt zu hinterfragen. Das Problem der Verschiebung statt Verbesserung der Verhältnisse sollte in der Hinsicht kritisch betrachtet werden.