StuRa-Wahl-O-Mat: Fünf Fragen an die Hochschulgruppen


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7–10 Minuten

von Merle Leniger


Nächste Woche sind StuRa-Wahlen und du weißt noch nicht, wen du wählen sollst? Wir haben fünf Fragen gesammelt und den kandidierenden Hochschulgruppen gestellt, sodass du einen besseren Überblick bekommst und eine informierte Entscheidung treffen kannst. Zur Wahl gestellt haben sich dieses Jahr die Juso-Hochschulgruppe, die HTW-Gruppe, RCDS, die Kleinen Strolche – Linke Hochschulgruppe, die Grüne Hochschulgruppe sowie die Spaß und Geselligkeit Hochschulgruppe. Wählen könnt ihr in der Cafeteria vom 27. bis 30.01.2025,  jeweils von 11 bis 16 Uhr. 

Zu Beginn noch eine Information für alle, die gar nicht so ganz wissen, was der StuRa ist und warum ihr überhaupt wählen solltet. Der StuRa (Studierendenrat) ist das höchste Gremium der studentischen Selbstverwaltung und wird durch die Hochschulgruppen und die Fachschafts-Koordinations-Konferenz besetzt. Diese könnt ihr direkt wählen. Der StuRa entscheidet in regelmäßigen öffentlichen Sitzungen über den studentischen Haushalt, zu dem auch ihr mit eurem Semesterbeitrag beitragt. Das sind circa 5 Millionen Euro jedes Jahr! Nutzt eure Stimme, um das Studileben an der Uni aktiv mitzugestalten. Wählen ist wichtig, auch in der Uni. 

Hier findest du unsere Fragen und die Antworten der Hochschulgruppen – ungekürzt:

Was ist das Wichtigste, das ihr in der nächsten Legislatur erreichen wollt?

Kleine Strolche: Im nächsten Jahr wollen wir im Studierendenrat (StuRa), an der Universität und darüber hinaus wirksame und sichtbare linke Politik machen. Dafür wollen wir selber im AStA vertreten sein und studentische Initiativen unterstützen. Außerdem wollen wir dafür sorgen, dass reaktionären Ideologien (auf welcher Grundlage auch immer) und Organisationen kein Raum geboten wird.

Juso: Wir kämpfen für bezahlbaren Wohnraum, weil steigende Mieten Studierende massiv belasten. Dafür nehmen wir sowohl mit dem Studierendenwerk als auch mit der Kommunalpolitik Kontakt auf, um gemeinsam Lösungen zu finden.
Gleichzeitig setzen wir uns für eine bessere soziale Infrastruktur an der Uni ein: längere Öffnungszeiten der Cafeteria, die als zentraler Begegnungsort für Studierende dient und erschwingliche Mensapreise. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Cafeteria um 15:30 schließt, während viele Lehrveranstaltungen bis 19:45 dauern. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Studierenden gute Rahmenbedingungen haben, um erfolgreich zu studieren.

RCDS: Wir vom RCDS Osnabrück fordern einen Stopp von ideologiebehafteten AStA-Projekten.
Zudem sind wir für eine Senkung des Semesterbeitrags und einer Einführung eines
kostenfreien Microsoft 365-Paket für jeden Studierenden.
Ein besonderes Anliegen ist uns die Bekämpfung von Antisemitismus an Universität und
Hochschule.

SpuG: Also die bessere Frage wäre natürlich gewesen, was wir nicht erreichen wollen. Sagen wir mal so – alles, was erreichbar ist, sollte erreicht werden, daran besteht natürlich kein Zweifel.
Aber die Hauptsache ist für uns eine produktive Hochschulpolitik ohne konservative und reaktionäre Spinner. Außerdem finden wir, dass Hochschulpolitik und die Arbeit des AStAs unter der Studierendenschaft zum einen bekannter und zum anderen populärer werden sollten. Den Studierenden an unserer Uni sollte diese Welt der Gremien nicht verschlossen bleiben, und vielleicht gelingt es uns auch, die spaßige Seite der HoPo zu zeigen.
(Außerdem fänden wir, dass mehr Freibier und Döner in der Mensa eine nette Sache wären.)

Was ist eure Motivation, im StuRa zu sein? 

Kleine Strolche: Wir sind in der Hochschulpolitik und im StuRa aktiv, um die studentische Selbstverwaltung aktiv zu gestalten. Wir setzen uns für eine starke Vertretung der Interessen von Studierenden ein, etwa in Auseinandersetzungen für bessere Studien- und Arbeitsbedingungen an der Universität. Wir verteidigen den politischen Charakter der studentischen Selbstverwaltung gegenüber Kräften, die sie als bloßen Dienstleistungs- und Partyapparat sehen, wenn sie sie nicht gänzlich abschaffen wollen. Und diesen politischen Aspekt gestalten wir aus linker, emanzipatorischer Perspektive.

Juso: Unsere Motivation ist es, die Uni zu einem sicheren und inklusiven Ort zu machen. In Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks stehen wir für Solidarität, Demokratie und Vielfalt. Als progressives Gegengewicht zu konservativen und rechten Kräften setzen wir alles daran, rechten Ideologien auf dem Campus keinen Raum zu geben.
Gleichzeitig wollen wir das Unileben für alle Studierenden erleichtern – insbesondere für diejenigen, die aus weniger privilegierten Verhältnissen kommen. Wir kämpfen für faire Studienbedingungen, soziale Gerechtigkeit und eine Uni, an der jede*r erfolgreich sein kann, unabhängig von den eigenen Voraussetzungen.

RCDS: Wir möchten eine gerechte Hochschulpolitik erarbeiten, die der breiten Mitte der Studierendenschaft zur Gute kommt. Es sollen alle Mitglieder der Universität und Hochschule vertreten sein und eine Investierung in rein links ideologische Projekte soll gestoppt werden.
Dafür treten wir an.

SpuG : Also, unser Name verrät uns da schon etwas – uns geht es um Spaß und Geselligkeit.
Aber es ist halt auch essenziell, eine Instanz im Studierendenrat zu haben, die den anderen Hochschulgruppen mal etwas auf die Finger guckt und unabhängig von Parteipolitik die Sachverhalte hauptsächlich im Interesse der Studierenden betrachtet.
Wir wirken zwar auf den ersten Blick wahrscheinlich wie eine Spaßpartei, doch haben wir in der Vergangenheit an vielen Entschlüssen des StuRas durchaus produktiv und im Interesse der Studierendenschaft mitgewirkt. Und das würden wir auch in Zukunft gerne weiterhin tun.

Ihr vertretet die Interessen aller Studierenden. Plant ihr dafür Kontakt mit der Studierendenschaft, um ihre Anliegen zu erfahren? Wie genau wollt ihr das erreichen?

Kleine Strolche: Wir vertreten die Interessen aller Studierenden insofern es um ihre objektiven Interessen geht: weniger Stress im Studium, mehr Freiheit bei der Studiengestaltung, keine Studiengebühren, geringere Kosten für das Studium selbst und das, was damit im Zusammenhang steht. Wir vertreten nicht die Interessen aller Studierenden, insofern es um Ausprägungen politischer Überzeugungen geht. Wir vertreten nicht die Interessen von Nationalist*innen, Islamist*innen oder anderen Reaktionären, bloß weil diese auch studieren. Auf dieser Ebene vertreten wir die Interessen der Studierenden, die uns wählen. Für diese sind wir entweder online erreichbar oder bei unseren offenen Plena im Café Mano Negra. 

Juso: Wir wollen euch direkt in unsere Arbeit einbinden – sei es durch regelmäßige Umfragen, spannende Social-Media-Formate wie „Frag den StuRa“ oder unser neues Ideen-Forum zu Semesterbeginn. Damit ihr wisst: Eure Stimme wird gehört – und zwar bei allem, was wir tun.
Darüber hinaus planen wir offene Gesprächsangebote und Events, bei denen ihr jederzeit vorbeikommen könnt, um uns eure Anliegen mitzuteilen. Unser Ziel ist es, den Kontakt zu euch so einfach und barrierefrei wie möglich zu gestalten.

RCDS: Um einen direkten und transparenten Austausch mit den Studierenden zu gewährleisten, planen wir verschiedene Maßnahmen:
Regelmäßiger Austausch: Wir sind immer offen für einen regelmäßigen Austausch, in dem Studierende uns ihre Anliegen und Wünsche direkt mitteilen können.
Umfragen und Feedbackrunden: Um ein breites Meinungsbild zu erhalten, werden wir regelmäßig Umfragen durchführen. Hierbei möchten wir gezielt Themen ansprechen, die für die Studierenden wichtig sind und gleichzeitig offen für weitere Vorschläge sein.
Social Media und digitale Kanäle: Wir nutzen aktiv unsere Social-Media-Kanäle und andere digitale Plattformen, um mit der Studierendenschaft in Kontakt zu bleiben. So können wir schnell und unkompliziert auf aktuelle Themen reagieren und uns direkt mit Studierenden austauschen.

Wahlkampfstände: Wir bieten regelmäßig unsere Präsenz an Wahlkampfständen an, bei denen Studierende ihre Anliegen direkt an uns herantragen können. Dabei möchten wir nicht nur zuhören, sondern auch konkrete Lösungen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

SpuG: Ja, da sind wir natürlich bereits gut aufgestellt. Man trifft unsere Mitglieder regelmäßig am Puls des Studierendenlebens an. In jeder Kneipe und in jedem Club der Stadt sind wir aufzufinden und haben dort natürlich immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Wünsche unserer Kommiliton*innen. Besonders im Unikeller sind wir oft anzutreffen. Oder in der Mensa bei unseren SpuG-Mensaterminen (mit privaten Soßen, um die Ketchup/Majo-Teuerung zu umgehen). Also kommt einfach auf uns zu – wir beißen auch nicht!

Was unterscheidet euch von den anderen Hochschulgruppen?   

Kleine Strolche : Von den anderen Hochschulgruppen unterscheidet uns die konsequente Vertretung linker Positionen. Wir formulieren eine systemische Kritik an der Universität und am Wissenschafts- und Bildungsbetrieb allgemein. Wir stellen uns gegen die Abwälzung struktureller Probleme in die Verantwortung von Studierenden und Beschäftigten. Gegen BAföG- und Studienstress hilft kein Kaffeeautomat. Wir positionieren uns gegen jede Form reaktionärer Politik an der Universität, ganz gleich wie sie begründet wird, ob religiös, nationalistisch oder rassistisch.

Juso: Als Teil der JUSO-Hochschulgruppen sind wir bestens mit Kommunal-, Landes- und Bundespolitik vernetzt. Dadurch können wir eure Anliegen nicht nur an der Uni, sondern auch außerhalb voranbringen. Ob es um bezahlbaren Wohnraum, faire Studienbedingungen oder soziale Gerechtigkeit geht – wir kämpfen auf allen Ebenen für euch. Im Vergleich zu anderen Hochschulgruppen setzen wir dabei besonders auf konkrete Verbesserungen und Projekte, die euch im Alltag unterstützen.

RCDS: Wir sind einer der einzigen politisch aktiven Hochschulverbänden in Osnabrück, die für eine gerechte Hochschulpolitik der breiten Mitte der Studierendenschaft einsteht.

SpuG : Humor, Trinkfestigkeit und Freude am Studieren (12 Semester minimum).
Wir sind größer als die Kleinen Strolche, relevanter als die Jusos, noch cringer als der RCDS – und im Gegensatz zur LHG existieren wir, lol. Im Unterschied zur GHG besitzen wir tatsächliche politische Inhalte und werden nicht nur wegen des Namens gewählt. Und im Gegensatz zur HTW-Gruppe wissen die Wähler*innen, was unser Name bedeutet.

Ist es eine Priorität für euch, die Hochschulpolitik attraktiver zu gestalten? Wie wollt ihr das erreichen?

Kleine Strolche: Eine starke, politisch selbstbewusste studentische Selbstverwaltung gibt es nicht ohne Menschen, die sie tragen. Daher ist es für uns eine Priorität, dass mehr Studierende in der Hochschulpolitik aktiv werden (vor allem natürlich bei uns). Dafür ist es unserer Ansicht nach wichtig, sichtbar zu machen, dass es um etwas geht. Dass eine organisierte Studierendenschaft besser in der Lage ist, ihre Interessen wirksam zu vertreten – an der Universität und darüber hinaus.

Juso: Hochschulpolitik muss Spaß machen! Mit Wahlpartys, interaktiven Kampagnen und coolen Events wollen wir zeigen: Hier kannst du nicht nur mitgestalten, sondern auch Leute treffen und das Campusleben genießen. Studieren sollte nicht nur Lernen, sondern auch soziale Begegnungen bedeuten. Deshalb möchten wir Formate schaffen, die euch motivieren, mitzumachen – von niedrigschwelligen Mitmachangeboten bis hin zu spannenden Aktionen, die Politik greifbar und verständlich machen. Unser Ziel: Barrieren abbauen und mehr Studis für Hochschulpolitik begeistern.

RCDS: Einfache Kommunikation: Wir erklären Hochschulpolitik verständlich. Digitale Beteiligung: Online-Formate für eine breitere Teilhabe. Praktische Themen: Fokus auf Themen, die den Studienalltag betreffen (z. B. Studienbedingungen, Finanzierung). Kreative Events: Spannende Veranstaltungen und Diskussionen, die zum Mitmachen einladen. Unser Ziel: Hochschulpolitik für alle Studierenden interessant und zugänglich machen!

SpuG: Wir sind schon attraktiv as fuck ;D