125 Jahre VFL – und wie geht es weiter?


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ein Beitrag von Tim Middendorf

Quelle: noz.de

Am 17. April 1899 wurde der „Verein für Leibesübungen von 1899 e.V. Osnabrück“ als erster Fußballverein in der wunderschönen Stadt Osnabrück gegründet. Nun, 125 Jahre später, hat sich einiges geändert, auch wenn die Kernpunkte wie die typischen lila-weißen Vereinsfarben und die enge Verbindung zu der Stadt und den Einwohnern geblieben sind. So erfreut sich der Verein über vor allem sehr viele lokale Fans, darunter auch einige Studenten der Universität Osnabrück, welche die Stadien bei jedem Heimspiel reichlich füllen. Für die Fans des Vereins könnte dieses große Jubiläum aber wahrlich zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen, zumal der VFL nach gerade einmal einem Jahr als Zweitligist nächstes Jahr wieder in der dritten Liga antreten muss. Zu allem Überfluss schafft es genau in diesem Jahr auch noch der Erzrivale aus Münster, in die zweite Liga aufzusteigen. Nachdem Osnabrück es noch gelang, sich in der Saison 2022/23 noch knapp gegen Bielefeld in der Relegation durchzusetzen und es damit nach den Jahren 1985, 2000, 2003, 2007, 2010 und 2019 zum siebten Mal in die zweite Liga aufstieg, mangelte es dieses Jahr nach der Meinung der Experten einfach an Qualität. Auch trotz überraschender Siege wie dem 1:2 in Hamburg oder dem 1:0 gegen Hannover waren die insgesamt nur fünf Siege in dieser Saison leider zu wenig. Dabei scheint es einerseits teilweise an offensiver Durchschlagkraft und andererseits auch an mangelnder Qualität in der Defensive zu liegen, da sie mit 69 Gegentoren einfach zu anfällig für die starke zweite Liga waren. Es ist aber hierbei auch klar anzuerkennen, dass der VFL mit einem Kader Marktwert von etwa 14,65 Mio. € den deutlich geringsten Marktwerk der gesamten zweiten Liga hatte. Trotz alledem war die Unterstützung der Fans die gesamte Saison über sehr hoch. Der VFL steht in der Tabelle der Stadionauslastung mit insgesamt 98,9 % auf Platz 3, nur knapp unter Schalke 04 und St. Pauli und sogar vor dem großen Hamburger Sportverein. Der Heimbereich an der Bremer Brücke war dabei sogar immer zu 100% ausgelastet!

Quelle: Die Falsche 9 – Zuschauer und Auswärtsfahrzahlen der 2. Bundesliga

Diese bedingungslose Unterstützung der Fans an der legendären Bremer Brücke, auch in schlechten Zeiten, lässt allsolche hoffen, die den VFL auch in Zukunft weiter erfolgreich sehen wollen. Nachdem der Saisonstart äußerst unglücklich abgelaufen war, entschied sich die Vereinsführung im November Bastian Schweinsteiger zu entlassen, welcher zuvor die Osnabrücker Mannschaft in die zweite Liga geführt hat und als Aufstiegsheld gefeiert wurde. Auch wenn diese Trennung für alle Osnabrücker schmerzhaft war, war sie dennoch unvermeidbar. Auch wenn der Folgetrainer Uwe Koschinat den Klassenerhalt nicht erreichen konnte, sah man in der Mannschaft unter ihm vor allem zum Schluss der Saison eine deutliche Entwicklung. Das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb der Sport-Geschäftsführer Philipp Kaufmann in der kommenden Drittligasaison weiter mit ihm planen will. Diese Kontinuität auf dem Trainerposten, auch in der neuen Saison, könnte ein großer Vorteil sein, da Koschinat die Mannschafft bereits besser kennt und vermutlich genau weiß, welche Transfers im Sommer sinnvoll sein könnten und auf welche Spieler vielleicht auch verzichtet werden kann, um so durch Verkäufe eventuell zusätzlichen Umsatz zu gewinnen. So sollte der VFL mit einigen guten Transfers im Sommer, auch wenn vereinzelte Spieler natürlich wechseln werden, für die kommenden Drittligasaison 2024/25 ein Favorit für den direkten Wiederaufstieg sein. Denn eines ist klar, auf die Unterstützung der Fans kann man an der Bremer Brücke auch in der dritten Liga bauen!

Quelle: NDR